LKQ steht für gleichwertig und qualitativ gleichwertig. In der Hausratversicherung bezeichnet ein gleichwertiges Ersatzprodukt ein aktuell verfügbares Produkt, das den Spezifikationen, Funktionen und der Qualität des versicherten Gegenstands entspricht. Wenn der exakte Artikel nicht mehr verkauft wird, was bei den meisten versicherten Elektronikgeräten und Haushaltsgeräten der Fall ist, dient der Preis des gleichwertigen Ersatzprodukts als Grundlage für die Schadensregulierung. Stimmt die Auswahl des gleichwertigen Ersatzprodukts, ist die Schadensregulierung fair, schnell und nachvollziehbar. Liegt ein Fehler vor, sind alle nachfolgenden Berechnungen fehlerhaft.
„Gleichartige“
Das Ersatzprodukt muss vom gleichen Typ sein und über gleichwertige Funktionen und Spezifikationen verfügen: beispielsweise ein 55-Zoll-4K-Fernseher gegen einen 55-Zoll-4K-Fernseher oder ein 16-GB-Laptop gegen einen 16-GB-Laptop. Die Produktart bezieht sich auf die Eigenschaften und Funktionen des Produkts, gemessen an den technischen Daten und nicht am Produktnamen.
„(Wie) Qualität“
Das Ersatzgerät muss qualitativ gleichwertig sein: vergleichbare Verarbeitungsqualität, Markenpositionierung und erwartete Lebensdauer. Ein Premiumgerät wird nicht durch ein günstigeres Modell mit scheinbar identischen technischen Daten ersetzt, und ein Mittelklassegerät sollte nicht mit einem Flaggschiffmodell abgespeist werden. Qualität sorgt für einen fairen Vergleich in beide Richtungen.
Warum spielt LKQ bei Inhaltsansprüchen eine Rolle?
Produktlebenszyklen sind kurz. Elektronikartikel werden in der Regel innerhalb von ein bis zwei Jahren eingestellt, sodass das genaue Modell zum Zeitpunkt der Schadensmeldung meist nirgends mehr erhältlich ist. Die Versicherung sichert dennoch eine Entschädigung zu: Der Versicherungsnehmer soll in die gleiche Lage versetzt werden wie vor dem Schadensfall, weder besser noch schlechter.
Dadurch wird der LKQ-Ersatz zum Anker für die gesamte Schadensregulierung. Sein aktueller Preis entspricht dem Wiederbeschaffungswert, der um die Wertminderung reduziert wird, um den Zeitwert zu ermitteln. Wir haben die Wechselwirkung dieser beiden Werte bereits im Artikel „Zeitwert vs. Wiederbeschaffungswert: Wie Versicherer die Auszahlung von Hausratschäden berechnen“. Ein Fehler bei der LKQ-Zuordnung wirkt sich auf beide Werte aus.
Was zeichnet ein gutes LKQ-Match aus?
Vier Kriterien unterscheiden ein vertretbares Spiel von einer bloßen Vermutung:
1. Spezifikationsäquivalenz. Die technischen Eigenschaften, die das Produkt definieren, stimmen überein: Größe, Kapazität, Leistung, Funktionen. Dies ist messbar, wodurch LKQ objektiv und nicht eine Geschmacksfrage ist.
2. Gleiche Qualitätsstufe. Das Ersatzprodukt befindet sich im selben Marktsegment wie das Original, beurteilt nach Verarbeitungsqualität und Markenpositionierung und nicht allein nach dem Logo.
3. Tatsächliche Verfügbarkeit. Ein Ersatzprodukt, das der Versicherungsnehmer nicht erwerben kann, ist kein Ersatz. Ein passendes Ersatzprodukt ist bei Einzelhändlern im Markt des Versicherungsnehmers vorrätig.
4. Aktueller lokaler Preis. Der Wert basiert auf den aktuellen Einzelhandelspreisen im jeweiligen Land und nicht auf einem vor Monaten erfassten Listenpreis.
Wo liegt der Fehler bei der manuellen LKQ-Zuordnung?
Markenverankerung. Der Sachbearbeiter sucht nach dem nächstliegenden aktuellen Modell der beanspruchten Marke, oft einem neueren, besseren Produkt. Die Entschädigung läuft stillschweigend auf „neu gegen alt“ hinaus, und die Differenz führt zu weiteren Schadensfällen.
Spezifikationsabweichung. Der bloße Vergleich zweier Datenblätter verleitet zum Aufrunden: ein etwas größerer Bildschirm hier, ein schnellerer Prozessor dort. Jede einzelne Entscheidung erscheint harmlos; im Gesamtportfolio summieren sie sich jedoch zu systematischer Überbezahlung.
Unstimmigkeiten zwischen den Sachbearbeitern. Zwei Sachbearbeiter, die denselben Artikel bearbeiten, finden unterschiedliche Produkte zu unterschiedlichen Preisen. Versicherungsnehmer vergleichen ihre Angaben, und es kommt zu Streitigkeiten.
Wie funktioniert die automatisierte LKQ-Analyse?
Die Technologie zur Inhaltsbewertung sorgt für eine objektive Zuordnung. ValueChecker identifiziert das exakt beanspruchte Produkt und bewertet anschließend mögliche Ersatzprodukte anhand von Spezifikationsäquivalenz, Qualitätsstufe, Verfügbarkeit und aktuellem Preis vor Ort. Hierfür greift man auf eine über 20 Jahre gewachsene und mit Echtzeit-Handelsdaten aktualisierte Produktdatenbank zurück. Die beste Übereinstimmung wird innerhalb von Sekunden inklusive aller erforderlichen Nachweise in Guidewire ClaimCenter, Verisk XactAnalysis oder über die REST-API bereitgestellt.
pro beanspruchtem Artikel eingespart
Einsparungen bei der Entschädigung
NPS-Punkte
Die Konsistenz ist der stille Vorteil: Wird derselbe Artikel zweimal geltend gemacht, ergibt sich unabhängig vom Bearbeiter des Anspruchs die gleiche Übereinstimmung, der gleiche Nachweis und die gleiche Zahl.
Häufig gestellte Fragen
Bedeutet LKQ die gleiche Marke?
Nein. LKQ definiert sich durch Spezifikationen und Qualitätsstufe, nicht durch das Logo. Die beste Alternative ist oft das aktuellste Modell derselben Marke, das dem Original in puncto Spezifikationen und Marktposition entspricht.
Was, wenn es kein gleichwertiges Produkt mehr gibt?
Die Auswahl fällt auf das nächstliegende, aktuell verfügbare Produkt, das nach denselben Kriterien bewertet wurde. Eine objektive Analyse auf Spezifikationsebene ist gerade in solchen Fällen besonders wichtig, da es kein offensichtliches Nachfolgemodell gibt.
Ist der LKQ-Preis derselbe wie der RCV-Preis?
Im Prinzip ja. Der aktuelle Marktpreis für einen gleichwertigen Ersatzgegenstand entspricht dem Wiederbeschaffungswert. Von diesem Wert wird dann die Wertminderung abgezogen, um den Zeitwert zu ermitteln, zu dem die Versicherung abgerechnet wird.
